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Wissenschaftsfeindliche und politisch motivierte Angriffe auf Forschende nehmen zu – sei es durch koordinierte Online-Kampagnen, persönliche Bedrohungen oder öffentliche Diffamierungen. Um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Umgang mit solchen Situationen zu unterstützen, hat das Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) der Friedrich-Schiller-Universität Jena die neue Online-Ressource »Resiliente Wissenschaft« veröffentlicht.
»Viele Forschende sind verunsichert und fragen uns, wie sie sich auf Situationen vorbereiten können, in denen sie aufgrund ihrer wissenschaftlichen Arbeit verunglimpft oder unter Druck gesetzt werden«, sagt Prof. Dr. Tobias Rothmund, Direktor des KomRex. »Mit der neuen Webseite stellen wir Wissen, Handlungsempfehlungen und Unterstützungsangebote bereit, die helfen können, Risiken zu erkennen und im Ernstfall angemessen zu reagieren.«
Die Webseite richtet sich an Forschende und Lehrende an Hochschulen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie bündelt Informationen zu unterschiedlichen Formen wissenschaftsfeindlicher Angriffe und zeigt auf, wie sich Betroffene präventiv schützen und in akuten Situationen handlungsfähig bleiben können.
Dass der Bedarf für solche Angebote wächst, zeigen aktuelle Zahlen: Nach Angaben einer auf der Webseite zitierten Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) haben 45 Prozent der 2023 befragten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland bereits Wissenschaftsfeindlichkeit erlebt. Rund 70 Prozent nehmen eine Zunahme entsprechender Angriffe wahr.
Die Online-Ressource bietet konkrete Hinweise zum Schutz persönlicher Daten, zum Aufbau kollegialer Unterstützungsnetzwerke sowie zu organisatorischen Vorkehrungen bei Veranstaltungen. Darüber hinaus enthält sie einen Leitfaden für den Umgang mit akuten Bedrohungssituationen und verweist auf lokale, regionale sowie bundesweite Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Ziel der Ressource ist es, die Widerstandsfähigkeit von Forschenden gegenüber Angriffen zu stärken und damit einen Beitrag zum Schutz der Wissenschaftsfreiheit zu leisten. Die Inhalte stehen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zur Verfügung und können zusätzlich als Broschüre heruntergeladen werden. Das Angebot soll kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Die Webseite „Resiliente Wissenschaft“ ist unter folgendem Link erreichbar:
https://www.komrex.uni-jena.de/5830/resiliente-wissenschaft