Ringvorlesung im Wintersemester 2021/22

Schwerpunkt: "Der NSU und die aktuellen Herausforderungen durch den Rechtsterrorismus"

Meldung vom:

Auch im laufenden Wintersemester wird das KomRex eine Ringvorlesung veranstalten, die sich diesmal schwerpunktmäßig mit dem NSU und aktuellen Entwicklungen des Rechtsterrorismus auseinandersetzen wird. Da uns aufgrund der schwierigen Raumsituation für Veranstaltungsreihen, die an der FSU außerhalb der Lehre stattfinden, derzeit noch kein Hörsaal zur Verfügung steht, werden die ersten beiden Termine der Ringvorlesung ausschließlich per Videokonferenz durchgeführt. Über die weitere Entwicklung werden wir auf unserer Homepage sowie auf unserer Facebook-Seite und auf unserem Twitter-Kanal zeitnah informieren.

Die Einwahldaten für die ersten beiden Termine der Ringvorlesung sind folgende:

https://uni-jena-de.zoom.us/j/69748339014
Meeting-ID: 697 4833 9014
Kenncode: 627160

Die Termine im Wintersemester 2021/22 im Überblick:

immer 18:15–19:45 Uhr


Mi., 27. Oktober 2021
Prof. Dr. Florian Knauer (Uni Jena)
Das Urteil des OLG München im NSU-Prozess – Eine Bestandsaufnahme und kritische Würdigung aus der Perspektive der gesamten Strafrechtswissenschaft

Mi., 10. November 2021
Prof. Dr. Thomas Grumke (HSPV NRW)
NSU und Verfassungsschutz

Mi., 24. November 2021
Petra Pau, MdB (Berlin)
Kein Schlussstrich - Bilanz der parlamentarischen Aufklärung im NSU-Komplex
Ort: Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 3

Mi., 8. Dezember 2021
Prof. Dr. Tanjev Schultz (Uni Mainz)
Der NSU, die Medien und die öffentliche Auseinandersetzung mit rechtem Terror
Ort: Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 9

Mi., 12. Januar 2022
Prof. Dr. Andreas Beelmann (Uni Jena)
Wie radikalisieren sich junge Menschen? Eine integrative Theorie und Möglichkeiten der Prävention
Ort: Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 9

https://www.komrex.uni-jena.de/profil/aktuelle+veranstaltungen/wie+radikalisieren+sich+junge+menschen_+eine+integrative+theorie+und+m%C3%B6glichkeiten+der+pr%C3%A4vention

Im Vortrag wird ein neues entwicklungsorientiertes Radikalisierungsmodell vorgestellt, wonach sich extremistische Einstellungen und Handlungen als Ergebnis ungünstiger sozialer Entwicklungsprozesse im Lebenslauf charakterisieren lassen, deren Dynamiken auch zur Erklärung der NSU-Täterbiographien dienen können. Als Ausgangspunkt von Radikalisierungsprozessen wird das Zusammenwirken gesellschaftlicher, sozialer und individueller Entwicklungsfaktoren angenommen. Prädiktiv ist vor allem ein chronisches Übergewicht von Risiko- gegenüber protektiven Prozessen, das mit einer steigenden Wahrscheinlichkeit einhergeht, vier proximale Radikalisierungsprozesse einzuleiten. Sie betreffen Identitätsprobleme/-krisen, Vorurteilsstrukturen/Abwertungsschemata, die Übernahme von bestimmten politischen/religiösen Überzeugungen oder Ideologien sowie eine dissoziale Verhaltensentwicklung. Abhängig von den Ausprägungen dieser vier Entwicklungsfaktoren ergeben sich unterschiedlichen Formen und Schweregrade von politischem, religiösen oder anders begründetem Extremismus, die durch bestimmte soziale Kontextbedingungen (Krisen) ausgelöst oder verstärkt werden können. Basierend auf diesem Modell werden abschließend unterschiedliche Präventionsmöglichkeiten diskutiert.

Zum Referenten:
Prof. Dr. Andreas Beelmann hat die Professur für Forschungssynthese, Intervention und Evaluation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne und ist Direktor des Zentrums für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex). Neben methodischen Forschungsschwerpunkten gehört auch die Untersuchung von Radikalisierungsprozessen und -prävention bei jungen Menschen sowie deren unterliegende strukturelle, soziale und individuelle Bedingungen zu seinem Interessensprofil.
Die Publikation zum Vortrag ist verfügbar unter:

https://www.komrex.uni-jena.de/komrexmedia/publikationen/radikalisierungspr%C3%A4vention.pdf [pdf, 3 mb]

 


Mi., 26. Januar 2022
Stephan J. Kramer (Amt für Verfassungsschutz Thüringen)
Aktuelle Aspekte des Rechtsextremismus und des Rechtsterrorismus aus der Sicht des Verfassungsschutzes
Ort: Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 9