Projekte der Mitglieder

Professionalisierung von Anfang an im Jenaer Modell der Lehrerbildung Inhalt einblenden

Projektleitung:

Mitarbeitende:

Willkommensstädte Inhalt einblenden

Thüringen nimmt zurzeit eine große Zahl von Flüchtlingen auf. Damit machen viele Städte Erfahrungen mit kultureller Unterschiedlichkeit, wie es in dieser Weise bislang noch nicht geschehen ist. Die Aufnahme von Asylsuchenden stellt die Kommunen und ihre Bürger vor viele Herausforderungen. Diese betreffen die logistischen, planerischen und räumlichen Aspekte der Stadt, sie liegen aber auch in der sozialen und mentalen Entwicklung einer Willkommenskultur. Ausgangspunkt des Projektes Willkommensstädte ist die Annahme, dass Städte und Landkreise sich auf eine langfristige und umfassende Veränderung vieler Formen des bisherigen Zusammenlebens einstellen müssen. Dieser Prozess wird viele Fragen und Probleme hervorrufen, die das Projekt begleitend und beratend mit lokalen Partnern nachgeht. Dabei gehen wir davon aus, dass die heutige und zukünftige Einwanderung nach Thüringen den Kommunen die Gelegenheit geben wird, neue Chancen für die Stadtentwicklung wahrzunehmen.

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Eckardt (Bauhaus Universität Weimar)

Autoritarismus: Entwirrung von politischer Ideologie und psychologischen Prozessen Inhalt einblenden

Autoritarismus wird im Alltag und der Forschung verstanden als Festhalten an Konventionen und Traditionen, Unterordnung unter Autoritäten und Abneigung gegenüber Abweichlern und Fremdgruppen. Die Forschung zeigt stabile Korrelationen von Autoritarismus und unterschiedlichen Vorurteilen. Sozialpsychologische Prozesse, die dem Autoritarismus unterliegen und diese Korrelation erklären könnten, wurden dabei meist nicht berücksichtigt. Der vorliegende Antrag schlägt eine neue Konzeptualisierung von Autoritarismus basierend auf allgemeinen Gruppenprozessen vor und entwickelt ein Forschungsprogramm mit dem einige zentrale Annahmen dieser Weiterentwicklung überprüft werden können. Ausgehend von Altemeyers Right Wing Authoritarianism (1981) werden grundlegende psychologische Prozesse des Konventionalismus, der autoritären Submission und der autoritären Aggression vorgeschlagen. Das Forschungsprogramm soll zeigen, dass die Bestrafung von Eigengruppennormabweichlern ein allgemeines Charakteristikum des Autoritarismus ist, das sich unabhängig von spezifischen politischen Ideologien gegen abweichende Individuen oder Gruppen richten kann. Bestrafung von Eigengruppennormabweichlern führt einerseits zu den bekannten Vorurteilen und Diskriminierung, erhöht andererseits aber auch die Kohäsion und Kooperation innerhalb der Eigengruppe. Ferner untersuchen wir, inwiefern Autoritarismus gruppenspezifisch ist sowie die Prozesse innerhalb der Eigengruppe, durch die spezifische und generelle Vorurteile erklärt werden können. Außerdem werden wir die Bedingungen untersuchen, unter denen die Bestrafung von Eigengruppennormabweichlern als autoritär wahrgenommen wird.

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Kessler

Mitarbeitende: Katrin Obst, Daniel Seewald

 

Neue Kultur des Helfens oder Schattenökonomie? Engagement und Freiwilligenarbeit im Strukturwandel des Wohlfahrtsstaats Inhalt einblenden

Im Zuge der Restrukturierung hin zum aktivierenden Sozialstaat, forciert durch die Krise der Staatsfi-nanzen und eine Krise sozialer Reproduktion, gewinnt das sorgende Potenzial unbezahlter Arbeit - auch jenseits familiärer Kontexte - (sozial-)politisch an Bedeutung. In Zeiten, da immer weniger Frauen ganztägig als "heimliche Ressource der Sozialpolitik" (Beck-Gernsheim 1991: 66) zur Verfü-gung stehen, wird zunehmend die moralische Pflicht zur gemeinwohldienlichen Aktivität aller SozialstaatsbürgerInnen proklamiert. Angesichts der empirisch gut belegten, politischen Adressierung von Engagement und Freiwilligenarbeit als neuer Produktivitätsressource interessiert uns, inwiefern konkrete Aktivitäten staatlicherseits für eine subsidiäre Daseinsfürsorge in Dienst genommen werden und wie diese Konstellation von Engagierten wie 'HilfsempfängerInnen' erlebt, gedeutet und gestaltet wird.
Während es an übergreifenden Zeitdiagnosen sowie an Fallstudien zu einzelnen Engagementfeldern nicht mangelt, fehlt es an wohlfahrtsstaatstheoretisch fundierten, empirischen Analysen, die die Inanspruchnahme unbezahlter oder geringfügig entschädigter Arbeit in unterschiedlichen Feldern in den Blick nehmen und ihre materielle wie symbolische Funktion im Wohlfahrtsmix vergleichend eruieren. Ausgehend von einer Rekonstruktion der institutionellen und diskursiven Rahmenbedingungen von Engagement und Freiwilligenarbeit im aktivierenden Sozialstaat, sollen im Forschungsvorhaben entlang der drei empirischen Säulen 'Flüchtlingshilfe', 'Pflege' und 'kommunale Infrastruktur' explorative Fallstudien in Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg durchgeführt werden, die eine im Vergleich geschärfte Analyse der Funktionsmechanismen und Nutzungspraktiken in den ver-schiedenen Engagementfeldern ermöglichen.
Das Vorhaben zeichnet sich durch die Verschränkung von drei Analyseebenen aus, die in der Forschung bislang weitgehend unverbunden nebeneinander stehen: Die makrosoziologische Analyse politischer Adressierungen, Institutionen und Policies (Ebene 1), d.h. die Analyse der "Regierung der Freiwilligkeit" (Neumann 2016: 23), wird ergänzt um eine qualitative Interviewstudie mit Engagierten und 'HilfsempfängerInnen', die Mikropolitiken der Freiwilligenarbeit (z.B. mit Blick auf Sinnstiftung, Überforderung oder erlebte Abhängigkeit) in den drei empirischen Säulen in den Blick nimmt (Ebene 2). Hier ist die Frage nach dem Eigensinn - und damit nicht zuletzt nach dem kritischen und widerständigen Potenzial - freiwilligen Engagements im aktivierenden Sozialstaat zentral. Die dritte Analyseebene adressiert die polit-ökonomischen und professionspolitischen Implikationen der Indienstnahme von Engagement und Freiwilligenarbeit, fragt also zusätzlich zu den Mikropolitiken der Freiwilligenarbeit aus Sicht der Akteure nach den materiellen und professionsrelevanten Konsequenzen für die Zukunft von sozialer Daseinsvorsorge und Erwerbsarbeit. Die Zusammenschau aller drei Analyseebenen adressiert die übergreifende Frage, inwiefern das Fördern, Fordern und In-Anspruch-Nehmen von Engagement und Freiwilligenarbeit im aktivierenden Staat zum Vehikel von Informalisierungs- und De-Professionalisierungsprozessen wird. A New Culture of Helping Others or Shadow Economy? Volunteer Labour and Welfare State Transformation in Germany

Projektleitung: Prof. Dr. Silke van Dyk, Dr. Tine Haubner

Mitarbeitende: Dr. Emma Dowling

 

Junge Bürger/innen in der Schule: Eine metaanalytische Untersuchung des Zusammenhangs zwischen schulischen Faktoren und politischen Kompetenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen im Jugendalter Inhalt einblenden

Das Projekt untersucht den Zusammenhang zwischen schulischen Faktoren und politischen Kompetenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen (Active Citizenship) im Jugendalter, welches als eine besonders sensible Entwicklungsphase im politischen Sozialisationsprozess gilt. Da junge Menschen einen Großteil ihres Alltags in Bildungseinrichtungen verbringen, deren erklärtes Ziel es ist, mündige Bürger/innen zu erziehen, wird der Schule eine entscheidende Rolle in diesem Prozess zugesprochen. Der Zusammenhang zwischen schulischen Erfahrungen und Active Citizenship gilt empirisch als bestätigt. Der Blick in den Kontext Schule verdeutlicht jedoch die Vielfalt schulischer Faktoren. Diese umfassen sowohl curriculare (z.B. Stundenanzahl, besprochene Inhalte, Wertschätzung des Fachs) als auch strukturelle und klimatische Charakteristika (z.B. schulische Mitbestimmungsmöglichkeiten, Unterrichtsklima, Beziehungsklima). Diese Diversität erschwert es wiederum, generalisierende Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, inwiefern curriculare und strukturell/ klimatische Faktoren im Allgemeinen (z.B. ein allgemein demokratischer Schulkontext) oder nur spezifische Facetten davon (z.B. konkrete schulische Mitbestimmungsmöglichkeiten) breitbandig mit mehreren oder nur mit spezifischen politischen Kompetenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen einhergehen. Des Weiteren wurde bisher kaum systematisch untersucht, inwiefern schulische Effekte über die Zeit Bestand haben und ob manche Schüler/innen mehr von bestimmten Schulerfahrungen profitieren als andere. Das Ziel des beantragten Projekts ist daher eine Metaanalyse, welche die quantitativen Befunde zum Wirken schulischer Faktoren auf die politische Entwicklung Jugendlicher systematisch zusammenträgt. Während der 24-monatigen Laufzeit sollen im Besonderen zwei Unterziele adressiert werden: Erstens, die Testung der Signifikanz und Generalisierbarkeit schulischer Effekte auf inhaltlicher Ebene (betrachtete Indikatoren von schulischen Faktoren und Active Citizenship), kontextueller Ebene (Vergleich von Effekten auf individueller und Klassenebene) und messzeitlicher Ebene (Vergleich von quer- und längsschnittlichen Mustern). Zweitens, die Testung, ob Zusammenhänge zwischen schulischen Faktoren und Active Citizenship durch Alter, Geschlecht sowie den sozioökonomischen, kulturellen und familialen Hintergrund der Schüler/innen moderiert werden. Die metaanalytische Integration empirischer Befunde wird zu einem tieferen Verständnis der Rolle schulischer Faktoren beitragen, bestehende Lücken in der Literatur systematisch identifizieren und zudem ein differenziertes Bild darüber ermöglichen, inwiefern schulische Erfahrungen bestehende Unterschiede (z.B. aufgrund sozio-demographischer Faktoren) kompensieren oder verstärken. Dieses Verständnis kann wiederum Optionen aufzeigen, wie Schüler/innen unabhängig ihres Geschlechts, kulturellen Hintergrunds oder Bildungsniveaus für politische Themen sensibilisiert werden können.

 

Projektleitung: Dr. Katharina Eckstein & Prof. Dr. Peter Noack

 

Mitarbeitende: M.Sc. Louisa Arnold, M.Sc. Angelika Lichtwer, Dr. Sebastian Schulz

JUROP - Jugendliche und EUropa: Zwischen Polarisierung und Zusammenhalt Inhalt einblenden

Das Vorhaben geht den Fragen nach, wie Jugendliche in Deutschland den demokratischen Zusammenhalt in Europa bzw. der Europäischen Union (EU) erleben und welche Faktoren darauf Einfluss nehmen. Ein Ziel dabei ist, Ansatzpunkte im jugendlichen Sozialisationsprozess zu identifizieren, an denen Präventions- bzw. Interventionsmaßnahmen ansetzen können, um demokratiestärkende Einstellungen und Verhaltensweisen zu unterstützen. Jugendliche stehen dabei als jene im Zentrum, die im künftigen Europa leben und es mitgestalten werden. Neben europa- und EU-bezogenen Orientierungen und Verhaltensweisen Jugendlicher gilt ein wesentliches Augenmerk des Projekts populistischen Haltungen bzw. der Empfänglichkeit für solche. Populistische Haltungen werden dabei auf individueller Ebene als bedeutsamer Einflussfaktor von europa- und EU-bezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen betrachtet. Auf der Kontextebene werden sowohl familiale und peer-bezogene als auch mediale Einflüsse berücksichtigt. Das besondere Interesse des Projekts gilt dem Wirken schulischer Faktoren. Die Schule ist nicht nur ein einschlägiger Lernort, sondern auch eine Vermittlungsinstanz mit großer Reichweite. Das geplante Vorhaben verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz, in dem quantitative und qualitative Erhebungs- und Analysestrategien eingesetzt werden (Fokusgruppeninterviews, quantitative Längsschnittstudie mit Schüler/innen, smartphone-basierte Daily-Diary-Studie mit Schüler/innen, quantitative Querschnittsstudie mit Lehramtsstudierenden). Die verschiedenen Projektteile werden sich wechselseitig informieren und inhaltlich sowie zeitlich in den spezifischen Phasen des 36-monatigen Forschungsprozesses aufeinander aufbauen. Neben der Kommunikation der Ergebnisse für ein Fachpublikum richten sich Transferaktivitäten vor allem an Schüler/innen, Lehrende, weitere Multiplikator/innen sowie die breite Öffentlichkeit und sollen unter anderem in Materialien und Tools münden, die weitergegeben und im Rahmen der schulischen und zivilgesellschaftlichen Sozialisation angewendet werden können.

Projektleitung: Prof. Dr. Peter Noack & Dr. Katharina Eckstein

 

Mitarbeitende: Dr. Astrid Körner

 

In Kooperation mit: Universität Duisburg-Essen (Leitung: Prof. Dr. Philipp Jugert) & Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ; Leitung: Dr. Janine Dieckmann)

abgeschlossene Projekte

BrandSchutz. Mentalitäten der Intoleranz - was kann Kunst bewirken? Inhalt einblenden
Projektteam BrandSchutz Projektteam BrandSchutz

Die Ausstellung "BrandSchutz", die im September 2013 eröffnet wird, soll künstlerische Arbeiten präsentieren, die nicht populistisch agitieren, sondern intolerante Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft mit differenzierten, subtilen und mitunter auch mit ironischen oder provokativen Mitteln zur Sprache bringen. Sie wird begleitet durch zwei Kunstprojekte im öffentlichen Raum, eine öffentliche Vortragsreihe, eine Filmreihe sowie ein wissenschaftliches Symposium.

Das Gesamtprojekt wird im Rahmen von Lehrveranstaltungen gemeinsam mit Studierenden der Kunstgeschichte vorbereitet.

Projektleitung: Prof. Dr. Verena Krieger

Mitarbeitende: Dr. Elisabeth Fritz, Stephan Rößler, Christina Reusch

in Kooperation mit: Jenaer Kunstverein

Demokratisch Handeln Inhalt einblenden

Der Wettbewerb Demokratisch Handeln wird seit 1990 für alle allgemeinbildenden Schulen in Deutschland ausgeschrieben.
Wir suchen und unterstützen Projekte, Initiativen und Ideen, in denen das Lernen für Demokratie und Politik um Erfahrungsmöglichkeiten erweitert wird sowie Themen und Aufgaben des Gemeinwesens in den Mittelpunkt eines verstehenden und handelnden Lernens kommen. Unsere "Lernstatt Demokratie" bietet dabei eine einzigartige Gelegenheit der Begegnung von Schülerinnen und Schülern.

Projektleitung: Dr. Wolfgang Beutel

in Kooperation mit: BMBF, Körber-Stiftung, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Professionalisierung von Anfang an im Jenaer Modell der Lehrerbildung (ProfJL): Teilprojekt 3a: Bildungswissenschaftliche Vorbereitungsmodule Inhalt einblenden

Projektleitung: Prof. Dr. Nils Berkemeyer

Constructing AcTive CitizensHip with European Youth: Policies, Practices, Challenges and Solutions. Inhalt einblenden

A major challenge for the EU is currently bridging the gap between young Europeans and EU Institutions, and improving dialogue, in order to enhance young peoples trust in EU Institutions and their active engagement in EU issues. Including young peoples perspectives is essential to ensuring the continuation of participatory and representative democracy. Through the joint contribution of different disciplines (Psychology, Political Science, Sociology, Media and Communications, Education) CATCH-EyoU has the aim to identify the factors, located at different levels (psychological, developmental, macro social and contextual) influencing the different forms of youth active engagement in Europe. Through different studies, qualitative, quantitative, and an active citizenship intervention in schools, the project will provide a multifaceted understanding of the different factors influencing the perspectives of young people on Europe and of the ways in which young people engage in society, offering policy makers new instruments and conceptual lenses to better understand this generation, how they approach public authorities and how they engage materially and symbolically in order to participate in the construction of the societies they inhabit and shape the governmental regimes under which they live. This new understanding will help to bring the European Union closer to all its citizens, not only the young.

Main contributions from Jena address WPs 4 and 7 which are co-lead by Jena team members with a particular expertise in the quantitative study of social and political participation as well as politicaldevelopment, in general, and an extensive record in the analysis of large longitudinal data sets. Experiences gathered as members of the FP7 PIDOP Consortium will greatly facilitate to handle these tasks as as the participation in the other WPs.

Projektleitung: Prof. Dr. Peter Noack & Dr. Katharina Eckstein (für das Teilprojekt in der Verantwortung der FSU Jena)

Mitarbeitende: Dr. Monique Landberg

in Kooperation mit: Universität Leipzig

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