Kein Schlussstrich! Jena und der NSU-Komplex

Beteiligung des KomRex an der Veranstaltungsreihe von JenaKultur im Herbst 2021

Im kommenden Herbst wird sich das KomRex an der von JenaKultur geplanten Veranstaltungsreihe „Kein Schlussstrich! Jena und der NSU-Komplex“ beteiligen, die anlässlich des Bekanntwerdens der NSU-Terrorserie vor 10 Jahren eine stadtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Gefahren von Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung anregen soll. An der Reihe sind neben mehreren Einrichtungen der Stadt und der Friedrich-Schiller-Universität Jena zahlreiche Künstler*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen beteiligt, die u.a. in Form von Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Theaterprojekten, Workshops, Lesungen und Vorträgen ihre Perspektive auf den „NSU-Komplex“ entwickeln. Die Veranstaltungen, die vom KomRex organisiert werden, zielen darauf, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis insbesondere im Bereich der Prävention von Rechtsextremismus zu fördern.

 

Die Veranstaltungen des KomRex im Überblick:

 

20 Jahre Thüringen-Monitor: Demokratie- und Rechtsextremismusforschung im Freistaat

Festveranstaltung mit Podiumsdiskussionen

Datum: 7. Oktober, 17 - 19:30 Uhr

Ort: per Livestream unter https://online.mmz.uni-jena.de/hs1.html

Leitung: Prof. Dr. Marion Reiser (Friedrich-Schiller-Universität Jena, wissenschaftliche Leiterin des Thüringen-Monitors). Mit Grußworten von Prof. Dr. Walter Rosenthal (Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Bodo Ramelow (Ministerpräsident des Freistaates Thüringen).

Der Thüringen-Monitor ist eine seit 2000 jährlich stattfindende repräsentative Bevölkerungsbefragung zur politischen Kultur im Freistaat. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Langzeitbeobachtung demokratischer und rechtsextremer Einstellungen  in der Thüringer Bevölkerung. In dieser Veranstaltung wird im Gespräch mit Prof. Dr. Bernhard Vogel (Thüringer Ministerpräsident a. D.) und den ehemaligen Leitern der Studie Prof. Dr. Karl Schmitt und Prof. Dr. Heinrich Best auf die letzten 20 Jahre zurückgeblickt. Über die aktuelle gesellschaftliche und politische Relevanz des Thüringen-Monitors diskutieren anschließend u.a. Dr. Franziska Schmidtke (Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen), Romy Arnold (MOBIT e.V.), Dr. Thomas Nitzsche (Oberbürgermeister der Stadt Jena) und Martin Debes (Thüringer Allgemeine).

Veranstaltet vom Institut für Politikwissenschaft und dem Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) der FSU Jena.


Hate Speech als pädagogische Herausforderung

Fortbildung für Lehrer*innen, Pädagog*innen, Schulsozialarbeiter*innen u.a.

Referent*innen: Prof. Dr. Michael May, Jan Batzer (M.A.)

Datum: 18.10.2021, 14 – 17 Uhr

Raum: SR 308/309 (Zeiss-Straße 3)

Menschenfeindliche Äußerungen stehen symptomatisch für sich entwickelnde rechtsextreme Einstellungen. Unter dem Begriff „Hate Speech“ wird eine solche Kommunikation, die – angereichert mit Fragmenten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und der Abwertung sexueller Identitäten – sowohl im analogen als auch digitalen öffentlichen Raum stattfindet, zum Gegenstand wissenschaftlicher Analysen gemacht. Insbesondere Pädagog*innen werden in ihrer beruflichen Praxis immer wieder mit solchen Äußerungen konfrontiert. Hierfür gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse in pädagogische Handlungskonzepte zu transferieren, um gegen solche Kommunikationstendenzen intervenieren und präventiv gegen rechte Radikalisierungen wirken zu können. Der Workshop stellt das Konzept von Hate Speech im analogen Kontext der Schule vor, zeigt Beispiele auf, stellt Forschungsergebnisse aus der Auswertung unserer Fallsammlung vor und diskutiert unter Einbeziehung der Teilnehmer*innen Handlungsoptionen. Darauf aufbauend wird der Fokus auf den digitalen Raum erweitert. Hier werden die Bedingungen digitaler Öffentlichkeit, Prozesse digitaler Kommunikation und Online-Radikalisierung betrachtet. So erweitert der Workshop die betrachteten Sozialräume und thematisiert Hate Speech als Phänomen, das eine gesamtgesellschaftliche Relevanz aufweist.


Das Urteil des OLG München im NSU-Prozess – Eine Bestandsaufnahme und kritische Würdigung aus der Perspektive der gesamten Strafrechtswissenschaft

Vortrag von Prof. Dr. Florian Knauer (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Zeit: 27.10.2021, 18:15 Uhr

Ort: Carl-Zeiss-Straße 3 (Hörsaalgebäude), Hörsaal 5

Das Strafverfahren gegen Angehörige und Unterstützer des NSU zählt zu den bedeutsamsten Strafprozessen in der deutschen Rechtsgeschichte. Entsprechend groß war das öffentliche und mediale Interesse an dem Verfahren und dem erstinstanzlichen Urteil des OLG München. Vergleichsweise geringe Aufmerksamkeit hat das Urteil demgegenüber bislang in der Strafrechtswissenschaft gefunden. Der Vortrag gibt einen Überblick über die verschiedenen rechtlichen und rechtstatsächlichen Aspekte des Urteils aus der Perspektive der gesamten Strafrechtswissenschaft. Einbezogen und kritisch gewürdigt werden daher zeitgeschichtliche, kriminologische, strafverfahrensrechtliche, strafrechtliche, jugendstrafrechtliche und strafvollzugsrechtliche Gesichtspunkte.


Der Umgang mit Rechtspopulismus in der Schule: Theoretische Grundlagen und Handlungsstrategien

Fortbildung für Pädagog*innen, Schulpsycholog*innen, u.a.

Zeit: 28.10.2021, 14 bis 17 Uhr

Ort: wird noch bekanntgegeben

Referenten:  Dr. Danny Michelsen & Jan Batzer, M.A.

Der Rechtspopulismus ist in der vergangenen Dekade zu einer einflussreichen politischen Kraft avanciert, mit der Folge, dass auch die Lehrkräfte an den Schulen gezwungen sind, sich mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen, um z.B. im Unterricht auf rechtspopulistische Argumentationsmuster souverän reagieren zu können. Der erste Teil des Seminars gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Versuche, das Phänomen Rechtspopulismus theoretisch einzuordnen und zu definieren, sowie über aktuelle politikdidaktische Konzepte zur Behandlung dieses Phänomens im Schulunterricht. Auf dieser Grundlage wird im Hauptteil der Fortbildung die Frage behandelt, a) welche didaktischen Möglichkeiten des Umgangs mit rechtspopulistischen Argumentationsmustern bei Schülerinnen und Schülern es gibt und b) wie die Schüler*innen und Schüler im Unterricht befähigt werden können, auf rechtspopulistische Argumentationsmuster angemessen zu reagieren. Die Fortbildung richtet sich daher nicht nur an Sozialkundelehrer*innen, sondern an Lehrer*innen aller Fachdisziplinen. Die in dieser Fortbildung präsentierten Handlungsoptionen werden auf der Grundlage aktueller politikdidaktischer und politikwissenschaftlicher Fachdiskussionen vermittelt.


Anfänge verhindern, Abkehr ermöglichen! Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Ansätze der Radikalisierungsprävention

Vortragsveranstaltung mit Projektpräsentationen

Referent*innen u.a.: Prof. Dr. Andreas Beelmann (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Dr. Lena Frischlich (WWU Münster), Prof. Dr. Michael May (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Dr. Britta Schellenberg (LMU München)

Zeit: Dienstag, 02.11.2021, 13 bis 18 Uhr

Ort: Rosensäle, Fürstengraben 27, 07743 Jena

Bei der Veranstaltung sollen aus relevanten Gebieten wissenschaftliche und innovative Möglichkeiten der Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung vorgestellt werden. Dabei geht es insbesondere darum, den Analysen über die Verbreitung von (rechts-)extremen Einstellungen/ Straftaten und deren Ursachen die Perspektive einer Veränderung und des aktiven Handelns zur Verhinderung von Radikalisierungsprozessen junger Menschen entgegen zu stellen.

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