Themengebiete

Rechtsextremismusforschung

Nach der Gründung des Zentrums war es eine zentrale Aufgabe, die Forschungen zum Rechtsextremismus in seinen Facetten und heterogenen Erscheinungsformen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu bündeln und nachhaltig zu stärken. Ein wesentliches Forschungsprojekt in diesem Themenfeld ist der jährlich durchgeführte Thüringen-Monitor. Das Gutachten auf Basis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung zur politischen Kultur in Thüringen ermöglicht es, langfristige Entwicklungen und Diagnosen zur Demokratieakzeptanz und Verbreitung rechtsextremer Einstellungen darzustellen. Im Zusammenhang damit stehen weiterhin konzeptkritische Weiterentwicklungen in der Messung des Rechtsextremismus und des Ethnozentrismus sowie aktuell die Analyse regionaler Verbreitungsmuster und die alltagsweltliche Einbettung der Orientierungen in der Topografie des Rechtsextremismus, um unterschiedliche Konturierungen des Phänomens und kontextspezifische Ursachen hervorzuheben.

Neben der Darstellung und Analyse rechtsextremer Einstellungen beschäftigen sich verschiedene Forschungsprojekte am KomRex auch mit der Frage, wie und unter welchen Bedingungen solche Einstellungen entstehen und zu Radikalisierungsprozessen auf individueller Ebene führen. Hierzu untersuchen aktuelle Forschungsprojekte wie das BMBF-Verbundprojekt „Radikalisierung im digitalen Zeitalter“ (RadigZ) Radikalisierungprozesse im Kontext gesellschaftlicher Debatten um Flucht, Migration und Asyl. Die Analyse von Radikalisierungsprozessen steht dabei im engen Zusammenhang zu Forschungsfragen nach evidenzbasierter Prävention. So werden beispielsweise auf Basis von Meta-Analysen zur Effektivität von Vorurteilsprogrammen entwicklungsorientierte Präventionsmaßnahmen gegen die Radikalisierung von Jugendlichen im Kontext von Digitalisierung entwickelt.

Demokratiebildung

Demokratie ist eine Lebens,- Gesellschafts- und Herrschaftsform, die Wissen, Urteils- und Handlungskompetenz erfordert. Als Lerninhalt stellt Demokratiebildung damit hohe Ansprüche an die Methodenkompetenz und bedarf einer Didaktik des Erlebens und aktiver Teilhabe. Demokratiebildung stärkt ein menschenrechtsorientiertes Verantwortungsbewusstsein und widmet sich den Fragen, was Demokratie und gleichberechtige Teilhabe fördert und was sie gefährdet.

Unter dieser Perspektive erarbeiteten ForscherInnen den "Aktionsplan Demokratiebildung für Thüringen", der Vorschläge zur Wirkungsstärkung und -verbreiterung der formalen und non-formalen Bildung in Thüringen sowie Hinweise für deren Implementation enthält. Entsprechende Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote werden in der FSU Jena fortlaufend implementiert und weiterentwickelt. An den Aktionsplan anknüpfend und um dessen Empfehlungen umzusetzen, wurde eine Stärken- und Schwächen-Analyse der Demokratiebildung in Thüringen erarbeitet und 2017 eine Analyse politikbildnerischer und demokratiepädagogischer Bildungslandschaften vorgelegt. Im Rahmen des Forschungsbereichs finden darüber hinaus fortlaufend Projektbegleitungen- und beratungen statt, die PraxispartnerInnen in der Umsetzung demokratiebildnerischer Grundsätze und Ansprüche stärkt.

Die Tätigkeiten sind zudem eng verknüpft mit den Forschungen zur Prävention rechtsextremer Einstellung und der entwicklungsorientierten Analyse zur Entstehung dieser Einstellungen. Hier greift das KomRex zurück auf langjährige Forschungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wie das in einem DFG-Forschungsprojekt entwickelte Trainingsprogramm PARTS, das den Grundstein für eine vorurteilsfreie Entwicklung bereits in der Grundschule legt. 

gesellschaftliche Integration

Die aktuellen Diskurse und politischen Handlungsansätze zur Integration von MigrantInnen und Geflüchteten basieren bisher nur unzureichend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Um hier auf eine Versachlichung hinzuwirken, werden am KomRex im Thüringen-Monitor-Integration aus sozialwissenschaftlicher und psychologischer Perspektive Aspekte und Verläufe von Akkulturationsprozessen analysiert. Im Fokus steht dabei die Erfassung der Integrationspotentiale, -voraussetzungen und -hindernisse Geflüchteter unterschiedlicher Herkunft, welche erst seit kurzer Zeit in Thüringen leben. Anhand dieser Erkenntnisse sollen geeignete Maßnahmen zur Integrationsförderung der Geflüchteten abgeleitet bzw. politische Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

In einem breiteren Verständnis von gesellschaftlicher Integration beschäftigen sich zudem am KomRex beteiligte WissenschaftlerInnen aus dem Fachgebiet der Religionswissenschaft mit der Versöhnung konfligierender Gruppen und in der Geographie mit der Initiative Global understanding. In der Psychologie erforschen Mitglieder aktuell Faktoren für aktive Partizipation junger Menschen in Europa und in der Kommunikationswissenschaft ist das Bild von MigrantInnen in den Medien bereits seit Jahren ein wichtiges Forschungsfeld.

 

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