Mi, 14.11.| Reichsbürger. Die unterschätzte Gefahr.

Vortrag von Andreas Speit

Meldung vom: 14. November 2018, 11:05 Uhr

Andreas Speit Reichsbürger ©Andreas Speit, Ch, Links Verlag

Als im Oktober 2016 im fränkischen Georgensgmünd ein Sondereinsatzkommando der Polizei in das Wohnhaus eines „Reichsbürgers“ eindringt, um Waffen zu beschlagnahmen, eröffnet dieser das Feuer und verletzt vier Beamte. Einer von
ihnen stirbt. Der Schütze gehört zu jener Bewegung von Verschwörungsfanatikern, die die Bundesrepublik und ihre Gesetze für nicht existent erklären.Mit den tödlichen Schüssen von Georgensgmünd änderte sich auch die Sichtweise der Sicherheitsbehörden auf dieses Spektrum. Nachdem man lange Zeit das Gefahrenpotential unterschätzt hatte und die „Reichsbürger“ als Spinner entpoliti­sierte, entwickelte sich nun eine breite öffentliche Debatte, in der ihre grundsätzliche Ablehnung der demokratischen Verfassungsordnung thematisiert werden konnte. Noch im November 2016 kündigte das Bundesamt für Verfassungsschutz eine umfassende Beobachtung der Szene an. Im Januar 2017 gab es dann auch das erste Mal Zahlen: Auf
rund 10.000 Personen schätzte der Verfassungsschutz die Reichsbürgerszene insgesamt. Auch die Darstellung dieses Spektrums änderte sich und die hohe Gewaltbereitschaft der Szene wurde hervorgehoben. Das Bundeskriminalamt sprach über die Bereitschaft zur „äußersten Gewalt bis hin zu terroristischen Aktionen“.
Wer sind diese „Reichsbürger“ und welche Gefahren gehen von ihnen aus? Welche Rollte spielen sie in der rechtsextremen Szene? Der ausgewiesene Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit beleuchtet in dem Sammelband zusammen mit zehn Fachleuten die verschiedenen Erscheinungsformen dieser heterogenen Szene. Sie analysieren deren krudes Weltbild und beschreiben ihre zunehmend gefährlichen Aktivitäten.

zum Referent:
Andreas Speit ist Sozialökonom und Journalist und zählt zu den renommiertesten KennerInnen des Rechtsextremismus. Er war für das politische Feuilleton des Deutschlandfunks tätig und schreibt u. a. für die „taz“ sowie für den „Zeit“-Blog Störungsmelder. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Rechtsextremismus, zuletzt „Bürgerliche Scharfmacher. Deutschlands neue rechte Mitte – von AfD bis Pegida“.

 

Die Veranstaltungen beginnen c.t., der Eintritt ist frei. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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